Durch die Vorgaben des Pflegeberufereformgesetzes werden Pflegestudenten künftig einen großen Anteil ihrer Studienzeit in Praxiseinrichtungen verbringen. Erfahrungen aus den deutschlandweiten Modellstudiengängen zeigen, dass eine Begleitung der Praxisphasen von Studierenden gelingt, sobald die Anforderungen aller beteiligten Personengruppen berücksichtigt werden.

Ab dem 01.01.2020 wird es deutschlandweit möglich sein, den Pflegeberuf (auch) im Rahmen eines Regelstudiums zu erlernen: Neben wissenschaftlichen Vorlesungen und Seminaren an der Hochschule sind die Praxiseinsätze mit 2.500 Stunden zentrale Bausteine der Bachelorqualifizierung.

Das erfordert ein hochwertiges Lernangebot in Theorie und Praxis. Um den praxisbezogenen Lern- und Entwicklungsprozess der zukünftigen Pflegefachpersonen zu unterstützen, erarbeiten nun Pflegewissenschaftler im Rahmen des Forschungsprojekts QUAHOPP Qualitätskriterien für hochschulisches Praxislernen in der Pflege. Durch die Anwendung der Delphi-Methode sollen in den kommenden Wochen zahlreiche Vertreter aus Praxis und Wissenschaft online befragt werden. Neben Lehrenden, Studierenden und Absolventen von Pflege-Studiengängen werden besonders Praxisanleiter, Führungspersonen in der Pflege und Ausbildungskoordinatoren darum gebeten, sich an der ersten Online-Befragung zu beteiligen.

Das Projekt QUAHOPP erfolgt im Auftrag der Dekanekonferenz Pflegewissenschaft gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft e.V. unter der Projektleitung von Prof. Dr. Bernd Reuschenbach (KSH München). Ziel des Forschungsprojektes ist es, einen Katalog lernfördernder Faktoren zu erarbeiten. Hochschulen und Praxiseinrichtungen erhalten dadurch einen Orientierungsrahmen zur Ausgestaltung des praktischen Lernens, der möglichst umfassend die Perspektiven aller beteiligten Personengruppen berücksichtigt.

Link zur Umfrage: www.soscisurvey.de/quahopp1/
Weiterführende Informationen zum Projekt: www.quahopp.de
Nähere Informationen zur Stiftung: www.kraft-stiftung.de/de/

Liebe Lehrende, Forschende und Studierende,

hiermit möchten wir Sie herzlich zur 7. Fachtagung des Interprofessionellen Verbands zur Integration und Förderung des Skills-Lab-Konzeptes in den Gesundheitsberufen (VIFSG) e.V. einladen. Das Thema der Fachtagung ist „Lernen, Handeln und Forschen im Schonraum – Best-Practice-Beispiele aus Schule und Hochschule zum Einsatz von Simulationspatienten“ und findet am 05. Oktober 2018 an der Fachhochschule Bielefeld statt.

Eingeladen sind alle interessierten Akteure in den Gesundheitsberufen, die sich mit Fragen zur Ausbildungsgestaltung beschäftigen und sowohl in der theoretischen als auch in der praktischen Lehre in den Berufsfachschulen, Hochschulen und Gesundheitseinrichtungen tätig sind.

Wir schätzen uns glücklich, folgende Expert/Innen während der Fachtagung als Dozierende begrüßen zu können:

  • Dr. Claudia Schlegel (Berner Bildungszentrum Pflege, Schweiz)
  • Franz Bernhard Schrewe (Westfälische Wilhelms Universität Münster)
  • Nicole Kaldewei (Zuyd Hoegeschool Heerlen, Niederlande)
  • Susanne Gruber (Hochschule für Gesundheit, Bochum)
  • Barbara Fischer (FH Joanneum, Österreich)
  • Andrea Schaal-Ardicoglu (Universitätsklinikum Heidelberg)
  • Prof. Dr. Kirsten Kopke (HAW Hamburg)
  • Monika Meyer-Rentz (HAW Hamburg)

Im Fokus der Fachtagung stehen fachdidaktische, fachwissenschaftliche sowie bildungswissenschaftliche Konzepte zum Einsatz von Simulationspatienten, welche aus theoretischer, empirischer und praxisorientierter Perspektive beleuchtet werden. Damit bietet die Fachtagung die Möglichkeit, Praxisbeispiele aus Schulen und Hochschulen zum Einsatz von Simulationspatienten vorzustellen, zu diskutieren und gemeinsame Meilen- sowie Stolpersteine zu identifizieren. Detaillierte Informationen zu Inhalt und Programm sowie zur Anmeldung finden sich auf unserer Homepage.

Wir freuen uns sehr, Sie im Oktober in Bielefeld zu begrüßen. Über eine Weiterleitung der Informationen an Interessierte sind wir sehr dankbar.

von Tim Peters und Christian Thrien (Herausgeber), 2018 im Hogrefe Verlag erschienen.

Für die Bereiche Kommunikation (mit Patienten, Angehörigen, Kollegen oder in interprofessionellen Settings), Ethik, Psychologie sowie für das Training von körperlichen Untersuchungen sind professionelle Simulationspatienten für die Lehre und für das Assessment bzw. Prüfungen häufig die Methode der Wahl. Fast jede medizinische Fakultät verfügt über ein Simulationspatientenprogramm. Auch in der akademischen wie beruflichen Ausbildung anderer Gesundheitsberufe sowie in Notfall- und Katastrophenübungen werden immer häufiger Simulationspatienten eingesetzt.

Anders als beim Rollenspiel, bei dem die Authentizität stark mit den Darstellungskünsten der Teilnehmer bzw. Studierenden schwankt, können Simulationen durch Schaulspieler besser gesteuert und an didaktische Erfordernisse angepasst werden.

In diesem Werk wird diese effiziente Methode erstmalig im deutschsprachigen Raum umfassend und praxisnah dargestellt:

  • Grundlagen und praktische Umsetzung: Rekrutierung und Training von Simulationspatienten; Gestalten von Rollenskripten oder Lehr- und Prüfungsszenarien
  • Qualitätssicherung und didaktische Aspekte: Kommunikation und Skills-Lab-Training; Schauspieldarstellung und Feedback an die Lernenden etc.
  • wertvolle Arbeitshilfen für die Praxis: Checklisten sowie Übungen und Beispielszenarien, organisatorische Aspekte wie Personalführung, Versicherungspflicht oder rechtliche Rahmenbedingungen

Das Handbuch ist für die ergänzende Aus- und Weiterbildung in den Bereichen Medizin, Pflege, Psychologie, Physiotherapie oder auch bei Notfalltrainings in der Feuerwehr- und Rettungsdienstausbildung ein unentbehrlicher Leitfaden.

Affiliate-Link zum Buch: Simulationspatienten: Handbuch für die Aus– und Weiterbildung in medizinischen– und Gesundheitsberufen

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Jeanette Siebert, Linda Frey, Silvia Beeh, Eva Stiefvater, Laura Bürkle, Prof. Dr. Hauke Schumann: Katholische Hochschule für angewandte Wissenschaften in Freiburg

Simulationsbasiertes Lehren und Lernen wird weltweit in der Qualifikation von Pflegenden eingesetzt und gewinnt auch in Deutschland eine immer größere Bedeutung. Im Sinne des Forschenden Lernens haben Studierende der Katholischen Hochschule Freiburg literaturbasierte Erkenntnisse ethnografisch-explorativ erhobenen Daten aus einem Studienbesuch in Ohio, USA gegenüber gestellt. Es bestätigt sich, dass Simulationstraining im Bereich von kommunikativen Kompetenzen und psychomotorischen Fertigkeiten besondere Stärken hat. Der Abgleich mit Forschungstagebüchern zeigt aber auch, dass die Effektivität des Simulationstrainings in hohem Maße von der konkreten didaktischen Ausgestaltung und dem Debriefing abhängig ist. In den USA ergaben sich nicht nur in Bezug auf die Pflegepraxis, sondern auch in Bezug auf die Gestaltung der Lehre, klare Hinweise für ein evidenzbasiertes Vorgehen. Ein hoher personeller und materieller Aufwand von Simulationslernen bedeutete jedoch nicht, dass die Effekte der Lehre mit der technischen und personellen Ausstattung anstiegen. Unter Einbezug empirischer Arbeiten werden in dieser Arbeit deshalb Eckpunkte zur sinnvollen Gestaltung von Simulationstraining für eine fundierte praktische Pflegeausbildung in Deutschland abgeleitet.

Zum Beitrag: Simulationstraining in der Pflegeausbildung. Evidenz und Erfahrungen mit einer Lehremethode