Am 5. März 2020 hat das Bundesministerium für Gesundheit Eckpunkte für ein „Gesundheitskonzept Gesundheitsfachberufe“ veröffentlicht. Die Eckpunkte wurden gemeinsam mit den Gesundheitsressorts der Länder in einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe erarbeitet. Themenschwerpunkte dabei waren die Schulgeldabschaffung, Ausbildungsvergütung, Revision der Berufsgesetze, Durchlässigkeit der Ausbildungen, Akademisierung und der Direktzugang. Darüber hinaus ging es auch um neue zu regelnde Berufe sowie damit einhergehende Finanzierungsfragen. Die Eckpunkte sollen der Neuordnung und Stärkung der Gesundheitsfachberufe dienen und bilden die Grundlage für erforderliche gesetzliche Änderungen.

Dabei sehen die Eckpunkte insbesondere die Abschaffung des Schulgeldes, die Einführung einer Ausbildungsvergütung, die Modernisierung der Berufsgesetze samt entsprechender Übergangs- und Bestandsschutzregelungen, eine Vereinheitlichung der grundlegenden Regelungen aller Ausbildungen sowie die Sicherung und Verbesserung der Qualität der Ausbildungen beispielsweise durch festgelegte Qualitätsstandards vor. Zudem enthalten die Eckpunkte Prüfaufträge unter anderem zur Frage der Teil- oder Vollakademisierung einer Ausbildung.

Das dreizehn Seiten starke Papier kann hier oder auf dieser Seite (unten) heruntergeladen werden.

Der VIFSG meint:

Wir begrüßen die im Eckpunktepapier beschriebenen Bestrebungen und damit anzustoßenden Entwicklungen in den Gesundheitsfachberufen. Insbesondere im Hinblick auf die Patientensicherheit sowie Evidenzbasierung sieht der VIFSG die Chance mit der Verankerung des Skills-Lab-Konzeptes in den Berufsgesetzen bzw. Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen sich den  gegenwärtigen Herausforderungen im Gesundheitswesen zu stellen. Wie bereits in unserem Positionspapier zur Verankerung des Skills-Lab-Konzeptes in den Ausbildungen der Gesundheitsfachberufe beschrieben, ist es künftig anzudenken, dieses Konzept explizit in die Ausbildungen zu integrieren, sodass neben den genannten Zielen auch die Sicherung der Fachkräfte erreicht wird.

Das gesamte Eckpunkte-Papier gibt es hier als PDF-Datei.

Jeanette Siebert, Linda Frey, Silvia Beeh, Eva Stiefvater, Laura Bürkle, Prof. Dr. Hauke Schumann: Katholische Hochschule für angewandte Wissenschaften in Freiburg

Simulationsbasiertes Lehren und Lernen wird weltweit in der Qualifikation von Pflegenden eingesetzt und gewinnt auch in Deutschland eine immer größere Bedeutung. Im Sinne des Forschenden Lernens haben Studierende der Katholischen Hochschule Freiburg literaturbasierte Erkenntnisse ethnografisch-explorativ erhobenen Daten aus einem Studienbesuch in Ohio, USA gegenüber gestellt. Es bestätigt sich, dass Simulationstraining im Bereich von kommunikativen Kompetenzen und psychomotorischen Fertigkeiten besondere Stärken hat. Der Abgleich mit Forschungstagebüchern zeigt aber auch, dass die Effektivität des Simulationstrainings in hohem Maße von der konkreten didaktischen Ausgestaltung und dem Debriefing abhängig ist. In den USA ergaben sich nicht nur in Bezug auf die Pflegepraxis, sondern auch in Bezug auf die Gestaltung der Lehre, klare Hinweise für ein evidenzbasiertes Vorgehen. Ein hoher personeller und materieller Aufwand von Simulationslernen bedeutete jedoch nicht, dass die Effekte der Lehre mit der technischen und personellen Ausstattung anstiegen. Unter Einbezug empirischer Arbeiten werden in dieser Arbeit deshalb Eckpunkte zur sinnvollen Gestaltung von Simulationstraining für eine fundierte praktische Pflegeausbildung in Deutschland abgeleitet.

Zum Beitrag: Simulationstraining in der Pflegeausbildung. Evidenz und Erfahrungen mit einer Lehremethode